Vom Schömberger Industrielackierer zum Global Player für Gehäuse, Touchscreens und Systemtechnik

Vor 50 Jahren gründete Richard Wöhr sein Familienunternehmen - Söhne in zweiter Generation
als Geschäftsführer tätig

1972 - das erste Gebäude in Höfen - Heute Hauptwerk I in Höfen und Werk II in Bad Wildbad Calmbach auf 8700m² Produktions- , Lager- und Verwaltungsfläche
1972 - das erste Gebäude in Höfen, Werk II in Bad Wildbad Calmbach auf 8700m² Produktions- , Lager- und Verwaltungsfläche und Hauptwerk I in Höfen

Schömberg/Höfen. Auf 50 Jahre Geschäftstätigkeit kann die Richard Wöhr GmbH in Höfen in 2017 zurückblicken.
Ein eigens dafür abgewandeltes Firmenlogo weist auf die mit dem Handelsregistereintrag am 1. Oktober 1967 beginnende Erfolgsgeschichte hin. Doch noch viel mehr hat sich verändert in den fünf Jahrzehnten seit Firmengründer Richard Wöhr in seiner Garage beim Schömberger Wohnhaus als Industrielackierer den Grundstein für ein heute rund 90 Mitarbeiter (darunter elf Auszubildende) zählendes Familienunternehmen gelegt hat. Unter dem in den Reihen der Belegschaft kreierten Begriff „Wöhr-Zauber“, fassen die beiden Söhne Stefan und Jürgen Wöhr, die seit 1991 in zweiter Generation als Geschäftsführer tätig sind, die besonderen Eigenschaften ihrer Eltern und die in der Firma nach wie vor gelebten Werte zusammen. „Stets geprägt von den Traditionen des schwäbischen Schwarzwaldes und dessen Tüftlergeist, haben unsere Eltern mit ihrem Fleiß, ihrer Disziplin, ihrem Mut und ihrer unternehmerischen Weitsicht den Schritt in die Selbstständigkeit mit allen damit verbundenen Höhen und Tiefen vorbildlich gemeistert“, meint Stefan Wöhr rückblickend.

Anfänge als Lackierbetrieb
Der gebürtige Höfener Richard Wöhr war zu Beginn seiner Berufstätigkeit als Lackierer und Molykoteur bei Gauthier in Calmbach (heute Hittech Prontor) angestellt. Nach Feierabend lackierte er auf dem Hof seiner Schwiegereltern zunächst Autoteile, dann in der heimischen Garage auch Frontplatten der Firma Schroff (heute Pentair), deren Gründer Gunther Schroff ihn schließlich aufgrund der steigenden Auftragszahlen zur Selbstständigkeit ermunterte. Wegen des fehlenden Meistertitels war ihm die Gründung eines Maler- und Lackiergeschäftes verwehrt, der Weg zu einer gewerblichen Industrielackiererei stand ihm jedoch offen. Dies hat sich im Nachhinein als richtungsweisend erwiesen, ist das Ein-Mann-Unternehmen doch sehr schnell den Kinderschuhen entwachsen und hat sich von einem Handwerksbetrieb hin zu einem weltweit exportierenden Lieferanten für vielseitige Industriekomponenten entwickelt. Bediente man anfangs überwiegend Hersteller für Radio- und Fernsehtechnik sowie Maschinenbau und Metallindustrie so kamen in den 80er Jahren die Kunststoffindustrie sowie die Medizin- und Labortechnik dazu. Bis heute ist letztere am stärksten bis auf rund 50 Prozent am Umsatz angewachsen. Es folgen Elektronik/Elektrotechnik und Telekommunikation sowie Maschinenbau und Metall-/Kunststoffindustrie mit jeweils 20 Prozent Umsatzanteil.

Weiteres Wachstum und neue Geschäftsideen
Mit den Aufträgen und den neuen Zielmärkten wuchs der Betrieb auch flächenmäßig an. Im Jahr 1971 wurde der Firmensitz mit einem Neubau nach Höfen ins dortige Gewerbegebiet Gräfenau verlagert. Die Mitarbeiterzahl stieg kontinuierlich. Ehefrau Gisela half nach wie vor tatkräftig im kaufmännischen und gewerblichen Bereich und „hielt Geld und Familie zusammen“, so Stefan Wöhr zur „rechten Hand“ seines Vaters. Nach dem Einstieg von Jürgen Wöhr im Jahr 1981 und Bruder Stefan fünf Jahre später wurde die Produktionsfläche mit einem Hallenanbau mehr als verdoppelt. Darin fanden dann auch eine neue Pulverbeschichtungsanlage und ein Siebdruckbereich Platz. Die beiden Söhne hatten natürlich auch eigene Ideen und setzten diese in zum Teil erfolgreiche Innovationen um, wodurch sich der Firma neue Geschäftsfelder in den Bereichen Gehäuse- und Tastaturbau sowie Oberflächen- und Systemtechnik eröffneten. Dazu gehörten etwa die stetige Weiterentwicklung von Eingabesystemen, Gehäuse aus nachwachsenden Rohstoffen, Tastaturen mit antibakteriellen Oberflächen, EMV- und ESD-Abschirmtechniken, die Entwicklung und Fertigung von Touchsreens und den damit verbundenen Eingabetechnologien sowie Glasbearbeitungs- und Optical Bonding-Techniken im Reinraum, für die es auch ZIM-Fördergelder gab. Entsprechend angewachsen ist auch der Maschinenpark auf den heute 8700 m² Produktions-, Lager- und Verwaltungsflächen in Höfen (durch nochmals viermalige Erweiterung) und seit 2012 auch im Gewerbegebiet Beermiss in Bad Wildbad-Calmbach. Im gleichen Jahr wurde die erste Auslandsniederlassung in Atlanta/USA gegründet, insbesondere für den Vertrieb von Standardprodukten. Hinzu gekommen ist ferner im Jahr 2009 die Firma KM Gehäusetech GmbH & Co. KG, unter deren Label heute vorwiegend Entwicklung, Produktion und Vertrieb systemtechnischer Gesamtlösungen für das industrielle und medizinische Umfeld erfolgen. Auch in Sachen Corporate Social Responsibility hat sich Wöhr weiterentwickelt. „Im Krisenjahr 2009 sind wir ohne Leiharbeiter und Kurzarbeit ausgekommen“, so Stefan Wöhr rückblickend. Moderne Büro-, Sozial- und Konferenzräume, flache Hierarchien, feste Arbeitskreise für ein innerbetriebliches Vorschlagswesen, Teambuildingmaßnahmen, Familienfeiern und Kooperationen mit Schulen sind ebenso fester Bestandteil der Unternehmenskultur wie das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland, insbesondere das „Gütesiegel“ „made in Nordschwarzwald“. Ein umweltorientiertes Handeln wurde der Firma mit der Zertifizierung nach DIN EN ISO14001 im Jahr 2010 offiziell bescheinigt. Im Höfener Werk setzt man auf umweltschonende Wärmpumpen zur Energiegewinnung für Heizung und Klimatisierung.

Vielfältiges ehrenamtliches Engagement
Neben den Verdiensten rund um sein unternehmerisches Lebenswerk hat sich Richard Wöhr auch über Jahrzehnte auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagiert. Beides brachte ihm im Jahr 1998 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, im Jahr 2001 die Zukunftsmedaille der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald und im Jahr 2012 die Staufermedaille des Landes Baden- Württemberg ein. Bis heute spielt er mehrere Instrumente, was auch auf seine beiden Söhne und deren Familien abfärbte, sind sie doch alle gemeinsam in der Schömberger Stubenmusik und in der Schwarzwälder Trachtengruppe Schömberg aktiv. Die bis heute unter dem Wöhr-Dach erreichte Fertigungsbreite und -tiefe und das damit verbundene Know-how schaffen laut Stefan Wöhr – trotz hochgradig arbeitsteiliger Wirtschaft und Globalisierung – branchenweit einmalige Vorteile gegenüber den weltweiten Wettbewerbern. So könne man mit speziellen Serviceleistungen – wie etwa dem Eildienst – zusätzlichen Kundennutzen schaffen. „Mit diesen Möglichkeiten, einem gesunden Branchenmix und dem nach wie vor lebendigen „Wöhr-Zauber“ sehen wir uns gut für die kommenden Jahrzehnte aufgestellt“ sind sich alle Familienmitglieder einig.



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